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Geschichte & Werte

Sich um einen Weinberg zu kümmern,

ist wie sich um die eigene Familie zu kümmern – man will zusehen,

wie sie wächst und zu etwas Großartigem wird.

Unsere Geschichte

Über 115 Jahre Weintradition

Von den Anfängen 1907 bis heute – hier entdecken Sie die wichtigsten Meilensteine der Kellerei St. Michael-Eppan.

Gründung

Am Anfang stand die wirtschaftliche Krise des Südtiroler Weinbaus: Um sie zu überwinden, schlossen 41 Winzerfamilien in Eppan einen Pakt.

Der Zusammenschluss bildete den Grundstein für eine Entwicklung, die auch geteilte menschliche und berufliche Werte umfasst: von der Zusammenarbeit im Weinberg hin zum Bau einer großen, gemeinsamen Kellerei – all das also, was auch heute noch die Essenz von St. Michael-Eppan ist.

Masse statt Klasse

In den ersten 20 Jahren nach dem Krieg exportiert die Weinkellerei St. Michael-Eppan vor allem viel Vernatsch in die Schweiz und nach Österreich, in den 50er Jahren gehen mehr als die Hälfte aller Exporte nach Deutschland. Der Vernatsch wird zum Symbol für Massenproduktion – 1 Doppelzentner/ha sind Standard. Der Vernatschanteil der Kellerei liegt damals bei über 70 Prozent.

Neubeginn

Neuer Obmann wird 1976 der in der Laimburg unterrichtende Weinfachmann Andreas Weis. Als neuer Kellermeister präsentiert der Obmann einen seiner eigenen Schüler, den erst 22-jährigen Hans Terzer.

Michaeler Sekt

Über Jahrzehnte hat die Kellerei St. Michael-Eppan größere Mengen Weißwein an oberitalienische Sekthersteller verkauft. Anfang der 1980er Jahre hat der neue Kellermeister die Genossenschaft davon überzeugt, selbst ins Sektgeschäft einzusteigen. Nach fast 20 Jahren wurde die Produktion dann aber im Jahr 2000 eingestellt.

Aufbruchstimmung

Der neue Obmann Richard Stampfer lässt dem nun 25-jährigen Kellermeister Hans Terzer weitgehend freie Hand. So kann dieser den Betrieb nach seinen Vorstellungen umkrempeln. Der experimentierfreudige Terzer stellt vieles um: Den „gelben Burgunder“ (=Chardonnay), der seit vielen Jahren unter den Weißburgunder gemischt wurde, baut er erstmals in Südtirol getrennt aus. Als Mitte der Achtziger der Chardonnay international zum Mode-Wein aufsteigt, ist St. Michael-Eppan mit guten Mengen zur Stelle.

Neue Sorten, reduzierte Mengen und hohe Qualität

Die Mitglieder schenken dem jungen Kellermeister immer mehr Vertrauen: Bei der Ernte 1985 werden erstmals Abzüge vorgenommen, falls die DOC-Mengen überschritten werden. Ein erster Schritt weg vom Mengendenken. Er verlang nach neuen Sorten, nach reduzierten Mengen, nach Qualität und immer wieder Qualität. Auch bringt er einige Bauern dazu, in höheren Lagen den Vernatsch mit weißen Sorten zu ersetzten.

Sanct Valentin

Terzer entwickelt eine Vision, die heute die Basis für den Erfolg der Genossenschaft bildet: Mit den Besitzern des Ansitzes St. Valentin wird vereinbart, deren Weißweine zu einer hochwertigen Qualitätslinie auszubauen. Vom Jahrgang 1986 werden die ersten Ruländer (=Pinot grigio), Gewürztraminer und Chardonnay als „Sanct Valentin“ abgefüllt. Die Linie bekommt auf Anhieb etliche Preise und ist nach wenigen Wochen ausverkauft. 1989 kommt der Sauvignon dazu. Bereits vier Jahre nach seiner Aufnahme in die Valentin-Linie bekommt der Sauvignon die begehrten „Drei Gläser“, die höchste Auszeichnung des renommierten italienischen Weinführers Gambero Rosso.

Der Paradewein

Den bisher größten Erfolg hat die Kellerei St. Michael-Eppan mit dem Sauvignon Sanct Valentin. Mit ihm hat sie achtzehnmal die „Drei Gläser“ gewonnen, die höchste Auszeichnung des italienischen Weinführers Gambero Rosso.

Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte

1997 kürt der Gambero Rosso die weltweit zehn vielversprechendsten Kellermeister der Jahrtausendwende, in der Auswahl steht auch ein Name: „Hans Terzer, il perfezionista“. Drei Jahre später im Milleniumsjahr 2000 ernennt der Gambero Rosso die Kellerei St. Michael-Eppan zur „Cantina dell’anno“. Keine andere Genossenschaft hat je diese Auszeichnung des bedeutendsten italienischen Weinführers erhalten.

100-jährige Jubiläumsfeier

Zum 100-jährigen Bestehen lässt sich die Kellerei gebührend feiern. Es werden gleich mehrere Events veranstaltet: Jubiläumsfeier mit den wichtigsten internationalen Kunden, mit den besten italienischen Kunden und Verkaufsagenten und schließlich die große Mitgliederfeier mit 700 geladenen Gästen.

Re-Styling der Etiketten

Die neue Klassische Linie thematisiert die Handwerkskunst und die Arbeit im Weinberg. Die Farben sind authentisch und inspirieren sich an der Tradition. Bei der neuen Selektionslinie schwebt im Hintergrund symbolisch der Erzengel „St. Michael“ und soll die intensive Arbeit im Weinberg und die Verfeinerung der Weine im Keller in den Vordergrund stellen.

Appius 2010.
Die Idee des Traumweins

Als eine der Hauptakteure der Südtiroler Weinbaurevolution entschloss sich die Kellerei St. Michael-Eppan im Jahr 2014 dazu, einen langehegten Traum Wirklichkeit werden zu lassen: den ersten Jahrgang eines herausragenden – den bestmöglichen! – Weißweins vorzustellen. Mit dem Jahrgang 2010 fiel der Startschuss für APPIUS, ein Wein, der sowohl das Potential des Terroirs als auch den Wissensschatz von Kellermeister Hans Terzer ins Glas bringen sollte.

Fallwind

Für die bisher als „Selektions-Linie“ bekannten Weine wurde ein neues Konzept entwickelt und umgesetzt. Anlässlich der Vinitaly 2022 wurde das neue Design allen Kunden und der Presse vorgestellt. Zukünftig werden diese Weine unter dem Begriff „Fallwind“ präsentiert. Das neue Erscheinungsbild hat eine starke Symbolik, mit unmittelbarem Bezug zu Anbaugebiet und Tradition.

Das Jahr der Erneuerung

Nach 50 Weinlesen übergibt Hans Terzer die Verantwortung an Jakob Gasser. Der 31-jährige, hervorragend ausgebildete Önologe übernimmt die Leitung des Kellers und bringt neue Perspektiven in eine gewachsene Erfolgsgeschichte ein. Mit Klarheit, Kompetenz und großem Anspruch wird er den eingeschlagenen Weg fortführen – mit dem Ziel, die kompromisslose Qualität, die längst zum Markenzeichen der Kellerei und ihrer Weine geworden ist, weiterzuentwickeln und zu schärfen.

Ein sakraler Ort für APPIUS

Geplant und erbaut zwischen 2023 und 2024, zeichnet sich der Appius-Keller durch eine eindrucksvolle und sakrale Atmosphäre aus. Die gekachelten Wände weisen stilistische Bezüge zu den alten Weinfässern auf und umrahmen die kegelstumpfförmigen Fässer aus satiniertem Bronzestahl. Mittendrin in diesem Keller empfängt eine Stube aus Eichenholz zu besonderen Verkostungen, die wie ein Zeitportal durch die Appius-Jahrgänge führen.

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